2011

Die G´schichte von derer G´schicht
und die Verleihung des Süßer Theaterpreises 2011


„Da Schippedupfer“


Diese Theatersaison ist geprägt von Zahlen. Die Zahl der Saison lautet: 1,45
 
Soll heißen, jeder anwesende Zuschauer hat theoretisch 1,45 Lose gekauft.
Bei 1556 verkauften Losen ergibt das eine Zuschauerzahl von insgesamt
1075 Personen bei 6 Aufführungen.
(Schade, dass Toms Wette mit dem 10jährigen vorbei war)
 
Doch fangen wir am Anfang an:
noch nie hatten wir im alten Jahr bereits 3 Leseproben und schon bei der ersten Leseprobe fehlten 3 Spieler, und die Zahl 3 bleibt uns weiterhin erhalten, denn bei nur 3 Proben waren alle Spieler anwesend
noch nie hatten wir so viele Ausfälle wegen Krankheit während der Proben (gefühlte 10)
noch nie hatten wir so viele Spieler (12) und gleich 3-mal Stephan
noch nie hatten wir 5 Tage zu spielen (bisher immer nur 3 Akte, Ausnahme: bei den Wahllumpen gab es einen 4. Akt) davon herrührend hatten wir
noch nie so viele Pausen (4)
noch nie hatten wir so viel Geld für die Bühne ausgegeben (???)
noch nie hatten wir so viele Zuschauer an der Premiere
noch nie gab es so viel Schnaps und Essen auf der Bühne
 
Eine extrem lange Theatersaison geht zu ende. Vom 21. Dezember 2010 bis 30. April 2011, das sind genau 19 Wochen, also 4 ½ Monate, so lange hat Georg gebraucht um aus den 12 Spielern eine Truppe zu machen. Zuerst wurde jeder einzelne geformt, danach wurde am Zusammenspiel gefeilt. Hier und da gab es eine kleine Änderung oder Streichung im Text. Doch zuletzt war Georg mit allen zufrieden, auch wenn er bei den Aufführungen manchmal selbst bei den Geräuschen nachhelfen musste. Stampfen, Klopfen, Husten usw. Georg half überall mit. Bei seinen Verbesserungswünschen war er sehr deutlich: "Du musst in 2 Silben Husten"!
 
Das war die Aufforderung an Salus Springorum. Doch so sehr sich Stephan auch bemühte, seine diesjährige "Macke" darzubringen, war Georg selten restlos zufrieden mit ihm. Diese Theatersaison war für Stephan überhaupt nicht einfach, von einer Seite kamen die Ermahnungen von Georg, von der anderen verfolgt ihn der Serienlustmörder und von der dritten Seite keifte seine Frau.
 
Sabine ging in ihrer Rolle als Euklelia voll und ganz auf. Voller Vorfreude wartete sie jedes Mal darauf, ihren Mann, als Haderlumpen zu bezeichnen, und ihm nicht nur mit Worten, sondern auch mit dem dazugehörigen Tonfall und Lautstärke zu zeigen, wer in diesem Haushalt das Sagen hat. Bestens "behütet" zeigte sie vollen Körper- und Stimmeinsatz am dritten Tag. Nach langen, mühevollen Proben und detaillierten Anweisungen von Georg gelang es ihr vorzüglich, die für sie völlig unbekannte und noch nie selbst erfahrene Rolle einer Betrunkenen darzustellen.
 
Aufs beste wurde sie von Schepps unterstützt, die ebenfalls in langwieriger Kleinarbeit diesen ihr völlig unbekannten Zustand einstudierte. Christine ging sogar so weit, auf wackeligen Beinen ein Lied anzustimmen. Ihre Stimmgewalt musste sie bei den Proben etwas schonen, um sie dann bei den Aufführungen umso effektiver einzusetzen. Tom hielt sich hinter der Bühne nicht nur einmal beide Ohren zu, wenn sie nach ihm schrie. Der alte Würstldepp… ja, da sehnte er sich die Proben herbei, bei denen Christine ab und zu stimmlich etwas geschwächt war.
 
Unser Schippedupferkönig sucht die Stücke ja immer aus, warum hat er wohl dieses ausgesucht? Wegen dem Leberkäs mit Majoran, oder wegen dem vielen alkoholfreien Bier auf der Bühne? Nein, er wollte schon immer ein kleiner Stripper sein, und diesmal hatte er über 1000 Zuschauer beim Ausziehen. Dass ihm dann noch der Zipfel rausrutschte, dafür kann er quasi rein gar nichts.
 
Apropos ausrutschen, dem S S S Willi ist ja der Hammer ausgerutscht und hat Christine nur knapp ganz verfehlt. Zum Glück hatte er nie den Beginn der Aufführung verfehlt. Immer frisch gepudert legte er los, um sich dann doch wieder mit jüngeren Frauen einzulassen.
 
Ja, jetzt wenn die Nichte auch noch as Gspuse wäre, dann hätte der Kitze doch recht bekommen. Diese Verwechselung hatte es Norbert angetan. Gleich 2-mal wollte er wissen, ob das Publikum noch wach ist und aufgepasst hat. Wahrscheinlich kann er aber gar nichts dafür, denn eine andere Frau hatte ihm den Kopf verdreht - bzw. ihm eine gescheuert.
 
Ihre flotten Sprüche hatten wir letztes Jahr schon gehört, doch nun hat Suise bewiesen, dass auch ihre Finger flott sind. Mit zielgerichteter Genauigkeit erwischte sie immer sein Ohr, seine Wange, seinen Hals oder die Stirn. Das hinderte Sabrina jedoch nicht daran, am 3. Tag heftig um ihn zu weinen. Mit bebenden Schultern schluchzte sie um ihren Kitze und das jedes Mal wie auf Kommando. Wobei - sobald der Vorhang zu war, hörte sie immer abrupt auf und habt ihr eigentlich bemerkt, dass nie die Schminke verschmiert war?! Na ja Berti, ich würde mir das beim nächsten Mal schon genauer anschauen.
 
Beim Federl sieht man Tränen eher selten, denn sie lacht eigentlich immer. Ob sie nun die Treppe hinauffällt, oder die ganze Ferse mit einer Blase übersät hat, immer liegt ein Lächeln auf ihren Lippen. Ob nun Nichte oder Gspusi, Theresa ist eine echte Bereicherung für unsere Truppe.
 
Genauso wie unser Neuzugang Stephan. Ich mein den Schwiegersohn vom Jäger Norbert, denn als Gruber Stephan kannte ihn keiner. Du hast bei den Proben ja einiges dazu gelernt, aber du solltest dringend lernen, wie man Knödel dreht, denn kleine Häufchen mag keiner auf dem Teller in der Soße schwimmen haben. Päh, sieht ecklig aus und hält spätere Freunde des Schweinebratens nur davon ab, diesen zu bestellen. "Ich schau mal wo der Beinlein bleibt…" Diesen Spruch kannst du dir in 10 Jahren noch anhören, der bleibt dir bis du Großvater bist. Und uns bleibst du hoffentlich auch!!!
 
Deine Köchin hat sich auch ganz schön ins Zeug gelegt. In buchstäblich allerletzter Minute bringt Elsbett doch die tollsten Kostüme mit. Zunächst in schwarz/weiß etwas sehr bieder gekleidet, putzte sich Gittl dann mit Bordeaux und Messing heraus. Fast zu schick für eine Pfarrersköchin, aber nur fast. "Der Abstand muss passen" und schon wurde eine Stuhlprobe gemacht, geht die Feder an? wackelt der Hut? Ja, paßt scho. Das waren ihre Kommentare zur Vorbereitung auf den 3. Tag, der auch Gittl zu Höchstformen auflaufen ließ. Schluckauf und Zwinkern zur rechten Zeit haben eine große Wirkung erzielt.
 
Er hatte ja gesagt nur im äußersten Notfall, wenn ihr mal einen Sachsen braucht, dann könnt ihr mich mal wieder fragen ob ich mitmache. Doch da hatte Beinlein nicht mit unserem Vorstand gerechnet. Oskar Beinlein, der Abortartikelvertreter aus Dresden, die reinste Lachnummer für unsere Zuschauer. Bereits nach dem ersten Wort wussten alle: das wird lustig. Ob er sich nun beim Herrn Öber ein Kännchen Kaffee bestellt oder Suise seine Bürsten erklärt. In liebevoller Detailgenauigkeit erklärt er die Funktion der Bürsten an dem Modell Klassik. Seine Modellvariationen erklärt er Präzise und sehr anschaulich. Zum Glück hat er uns sein Geheimrezept verraten: Doping von der feinsten Sorte. Leider hat der erhöhte Verbrauch in den letzten Wochen und Monaten den Preis in die Höhe getrieben.
 
Von der allgemeinen Preissteigerung hat Schwartl nichts mitbekommen. Denn als zufälliger Kunde hat er nicht mit einem Sachsen gerechnet. Christian geht immer leer aus, denn Beinlein kauft bereits die ganze Metzgerei auf.
 
Und was nicht verkauft wird, wird verlost. An sechs Abenden Wurst im Wert von ca. 80 Euro. Eine geniale Idee die von den Zuschauern hervorragend angenommen wurde.
 
Matthias wies bereits bei den Ansagen darauf hin, dass am Ende, sobald der Vorhang zugeht, die Verlosung stattfindet. Nach dem gelungenen Bühnenum- und -ausbau durch Christian Wiesneth und seinen Helfer Peter Kreft war es wiederum eine Herausforderung für die Bühnenbauer unter der Leitung von Walter Wagner, Wirtshaus und Metzgerei dort unterzubringen. Desweiteren benötigten wir noch einen Treppenaufgang und 3 weitere Ausgänge.
 
Die Bemalung der Wirtsstube übernahm Michaela Fenk, die Fliesenarbeiten in der Metzgerei sowie das eigens für dieses Stück entworfene Logo "Zum Rindl Hupf" stammt aus der Feder von Dieter.
Auch unser Haarstudio Your Stile war wieder bestens vertreten und für alle Haarlagen gerüstet. Ob nun Augenbrauen zupfen oder Bart stutzen, Conny und Maria wissen immer was zu tun ist. Maria ist auch noch Mitglied geworden und 3 weitere haben sich davon anstecken lassen und sind beigetreten.
 
Herzlich willkommen:
Geilersdörfer Franzl (der mit den Würschten),
Gruber Christine (an Pfarrer sei Frau)
und der Hochzeiter Sebastian Weber.
 
Dass mir dann a no 500 Euro Gespendet ham, für die Frohnbergkirch´n, wolln ma net vergessen.
In diesem Sinne: ein 3faches Vorhang auf (Scho wieder a Zahl)




Verleihung des Theaterpreises

Süßer Theaterpreis 2011

In der Kategorie:
Bestes Engagement
wurden nominiert:


- Unser Scheißhäusl-Sachs für: das ungewöhnlichste Doping aller Zeiten – Knorr Fix Salatdressing die gelungene Darstellung seiner ganzen Kollektion


- Pfarrer Mendus Pockamayr für: seinen heldenhaften Einsatz selbst aus einem 2 Wochen alten Teig noch Knödel zu formen seine hilfsbereite Ader, Kollegen unverhofft aus der Patsche zu helfen.


- Der dritte Tag, der für die Darsteller schon eine besondere Herausforderung darstellte: in der Kürze liegt die Würze und so war der 3. Tag einerseits der kürzeste, andererseits jedoch auch der Tag der großen Überraschungen, denn er forderte von den Spielern schauspielerische Höchstleistungen in noch nie erlebten, unbekannten Situationen und Standhaftigkeit und Ausdauer sowie einen großen Durst



The Winner is: Die Mädl´s vom 3. Tag


Theaterpreis 2011

Für den dritten Tag, der trotz seiner Kürze die wesentlichsten Eigenschaften der Darstellerinnen zum Vorschein brachte.:

Stellvertretend für den 3. Tag nehmen die beteiligten Damen den Preis entgegen

Im Einzelnen sind das:

  • Die Pfarrersköchin Brigitte, die unermüdlich immer wieder den genauen Abstand des Stuhls zum Wandregal ermittelte, um beim Zwinkern den richtigen Effekt zu erzielen.
  • Die Apothekersfrau Sabine, die sich bis heute noch nicht von diesen Haderlumpen erholt hat. Die wohl am besten ‚heulende Suise‘
  • Sabrina, die es je gab und ab sofort nie mehr wegen ihrem Kitze ein Taschentuch durchnässen wird.
  • Die stets zielgerichtete Wirtsmetzgerin Christine, die jedes mal wieder Zielwasser versprüht, um dann hinterher mit den Getroffenen einen „echten“ Schnaps zu trinken.