2009

Die G´schichte von derer G´schicht
und die Verleihung des Süßer Theaterpreises 2009


Hochwürden auf der Flucht




Wie schon in den letzten Jahren gibt es beim Dankeschönessen einen kleinen Rückblick auf die letzten Aufführungen und die Proben.

Diese Theatersaison war geprägt von Unfällen und Verletzungen.

Noch im alten Jahr, am 30.12.08 war die erste Leseprobe bei Tom im Partyraum, und schon bei diesem ersten Zusammentreffen hatten Heidi und Michael Pech und mussten den ADAC holen, denn sie hatten einen Batterieschaden am Auto.

Willi, Gittl und Stephan verletzten sich dann noch während der Proben und da es ihm scheinbar so gut gefallen hat, probierte Wille auch bei der Aufführung aus, wie es ist, tatsächlich gegen die Tür zu laufen. Als er sich dann beim ‚auf das Sofa fallen lassen’ auch noch den Hinterkopf anhaute, dachte Gittl gar, nun ist er tatsächlich bewusstlos.

Von den anderen Kleinigkeiten ganz zu schweigen, als da sind: eine aufgerissene Hose, kaputte Kerzen und ein heruntergefallener Weihwasserkessel, den aber Walter zum Glück wieder kleben konnte.

Daß dann Sam während einer Aufführung noch zu einem Brand- bzw. Löscheinsatz musste, sei am Rande auch erwähnt.

Der Kartenvorverkauf war schon im Februar, was viele Leute verleitete, sich Karten zu besorgen. Leider gab es danach viele Terminüberschneidungen wie zum Beispiel mit den Marktbläsern, so daß Michael oftmals Kopfstände machen musste, um einerseits die Personen zufrieden zu stellen, die ihre Plätze tauschen wollten, bzw. noch jemanden mitbringen wollten, der aber am gleichen Tisch sitzen sollte. Michael schaffte wie immer diesen Spagat und am Schluß waren alle zufrieden.

Immerhin hatten wir bei 6 Aufführungen 920 Zuschauer.

Walter und Norbert hatten sich auch so einiges vorgenommen.

Neue Strahler mussten her, und im letzten Moment wurden dann noch die grünen Leuchtmittel gegen weiße getauscht. Diese leuchten zwar noch nicht so hell, aber wahrscheinlich müssen sie noch wachsen.

Georg wollte unbedingt einen zweitürigen Schrank auf der Bühne, in dem sich 2 Personen zugleich verstecken könnten. Na ja, Walter hat mit ein bisschen Unterstützung von Markus auch dieses Problem gelöst.

Bei den Proben ging es auch in diesem Jahr wieder turbulent zu. Manch einer hatte leichte Sprachprobleme und begann jeden Satz mit „wo ha?!“ und andere standen mit dem Wort „Pfaarrer“ auf Kriegsfuß.

Tom hatte es als Pfarrer nicht leicht. Fehlte ihm doch die Würdigkeit seines Amts. Georgs Rat, er solle mal dem Hahnbacher Pfarrer Eckert zuschauen, der könne auch gang langsam und bedächtig einen Platz schnell überqueren, half auch nicht viel.

Man hatte bei ihm den Eindruck, er wäre immer auf der Flucht!?

Seine Haushälterin Trude stand ihm in nichts nach, denn so, wie der Pfarrer immer auf der Flucht war, war sie immer lautstark auf der Suche nach ihm. Perfekt gestylt mit lila Schurz, gelbem T-Shirt und dazu farblich passenden, gestrickten Socken hatte sie auch mit ihrem Drahtverhau immer den Überblick. Eine diebische Freude hatte Christine allerdings bei der Taufe von Willi, man hätte meinen können, dies wäre ein Fest für sie.

Ja ja, der Willi hatte ganz schön zu leiden diesmal. Eigentlich ist es ein Wunder, daß ihm nicht mehr passiert ist. Er musste sich ja nicht nur Taufen lassen, nein seine Rolle verlangte auch von ihm, daß er, gegen die Tür laufen und sich danach auf das Sofa fallen lassen musste ,danach wurde er auch vom Sofa runtergeschmissen und dann wieder hinaufgeworfen, auf dem Rücken getragen, in den Schrank gestellt, an einem Haken aufgehängt, mit einer Vase auf den Kopf geschlagen, von Gittl mit der Hand auf den Kopf geschlagen, und das schlimmste von allem, die meiste Zeit musste er unter der Decke die Luft anhalten und still sitzen.

Willi, du warst eine perfekte Leiche, auch wenn es Christian manchmal recht schwer hatte mit dir. Besonders nach deinem Geburtstag hatte er schon das Gefühl, daß da mindestens 2 Kilo mehr waren. aber ansonsten hat er gezeigt, daß er letztes Jahr bei Georg durch eine harte Schule gegangen ist, und doch viel gelernt hat. Obwohl er für die Szene mit Wille weniger schauspielerischs Talent als Kraft benötigte.

Man merkte, daß er dieses Jahr kein Neuling mehr war.

Sein Gspusi Sabrina war heuer wieder von Anfang an mit dabei. Vorletztes Jahr ist sie kurzerhand für die verletzte Kathrin eingesprungen, da hatte sie diesmal schon etwas länger Zeit, ihren Text zu lernen. Der härteste Teil ihrer Rolle kam immer zum Schluß, als Willi sich in ihre Arme stürzte und dabei versuchte, seine nassen Haare an ihrer Bluse zu trocknen. Sabrina, vielleicht bekommst du nächstes Mal ein Handtuch.

Eine weitere nicht ganz so umfangreiche Rolle hatte Heidi diesmal. In nur 2 Akten musste sie je einmal auf die Bühne. Dies passte ihr ganz gut, wohnte sie doch am Beginn der Proben noch in Amberg, zog dann um nach Hahnbach und hatte auch in ihrer Arbeit noch ein Jubiläum (50 Jahre Lebenshilfe) zu feiern.

Gittl hatte zwar kein Dienstjubiläum zu feiern, doch war auch sie beruflich sehr eingespannt. Hatte sie sich doch erst im vergangenen Herbst selbständig gemacht und deshalb noch die eine oder andere Fortbildung während der Probenzeit. Trotzdem hat sie es geschafft, ist sie doch ein ‚alter Hase’ und mit Professionalität versetzte sie sich auch diesmal wieder in ihre Rolle.

Als Mitglied des Kirchengemeinderats und Geliebte des Vorsitzenden musste sie einerseits die züchtige Gläubige und andererseits die lockende Geliebte mimen.

Beides gelang ihr hervorragend.

Einer hatte dieses Doppelspiel jedoch durchschaut. Der Mesner wusste genau, daß da was läuft zwischen den beiden. Heißt es sonst doch immer, nur Frauen hätten ein Gespür für geheime Liebschaften, aber scheinbar hat Stephan doch eine versteckte weibliche Seite an sich. Denn auch die Blicke gerade der weiblichen Besucher lenkte er ganz besonders auf sich. Böse Zungen behaupten, das hätte nicht an Stephan gelegen, sondern an dem Loch in seiner Hose. Georg jedoch war sich ganz sicher, das Stephan hervorragend in seine Rolle passte, ganz so als sei sie für ihn geschrieben.

Georg war mit seinem Lob bei den Proben nicht gerade großzügig, doch wie hatte Willi immer gesagt: „Niat g´schimpft is g´lobt g´nauch!“

Nun ja, insgeheim war Georg schon zufrieden mit allen, ihm fehlten nur manchmal die richtigen Worte ...!?

Spätestens aber an der Premiere war er voll auf zufrieden, er meinte, die Leute lachen so oft, da kommt uns jetzt keiner mehr aus.

Dieser Abend stand sowieso unter einem guten Vorzeichen, war doch die Generalprobe extrem schlecht, um nicht zu sagen miserabel!!!

Aber die drei Damen vom Sektempfang taten ihr bestes um uns mit viel guter Laune (Sekt) und Vitaminen (Essen vom Buffet) zu versorgen. Besonders Christian brauchte die Fürsorge von Andrea, kam er doch kurz vorher von einem anstrengenden Fußballspiel und erwischte nichts mehr von den Häppchen, die Jaro für uns machte.

Alles in allem hatten wir viel Spaß und 6 gelungene Aufführungen.

Ein dreifaches „Vorhang auf“ auf unser 10-jähriges im Herbst.




Verleihung des Theaterpreises

Süßer Theaterpreis 2009


In der Kategorie:
Bestes Engagement
wurden nominiert:


Brigitte Bauer:
die mit ihren Locken die anwesenden Männer lockte


Christine Schüller:
die trotz Drahtverhau auf der Kommandozentrale den Überblick behielt


Stephan Sertl:
der mit seinem jugendlichen Grinsen die Lacher auf seiner Seite hatte



The Winner is Stephan Sertl


Theaterpreis 2009

für den Spieler, der mit seiner begeisternden Art jede Aufführung rettete:

Stephan Sertl

in seiner Rolle als Mesner Simon Brummer

Zu dieser Entscheidung wesentlich beigetragen hat sein besonderer Einsatz.

Im Einzelnen waren das:

  • Seine absolute Textsicherheit, mit der er auch seinen Gegenspielern aus der Patsche helfen konnte. (Umstände)
  • Die Überzeugtheit, mit der er seinen kleinen Sprachfehler darstellte, und auch Mängel in der Verarbeitung der Kostüme zu seinem Vorteil nutzte.
  • Seine Überlegenheit, mit der er Willi jedesmal auf das Sofa beförderte.