2002

D'Wahl Lump'n


Theaterstück 2002


Amberger Zeitung vom 09. April 2002

"D'Wahl-Lump'n" sind am Werk


Zuschauer dürfen sogar wählen beim Polit-Dreiakter der Theaterfreunde Süß -
jedesmal ausverkauft

S Süß. Kein kommunalpolitisches Klischee ließen die Theaterfreunde Süß bei ihrem aktuellen Dreiakter "D'Wahl-Lump'n" aus. Das Publikum findet sich im entbrennenden Wahlkampf plötzlich als Wahlvolk wieder und wird sogar zur Stimmabgabe gebeten. Dominiert zunächst im ersten Akt die lasche Amtsführung des seit Jahrzehnten ohne Gegenkandidaten amtierenden Bürgermeisters F. X. Irlacher (Thomas Fenk) und seines "einfach strukturierten"  Gemeindesekretärs Ignaz Wimmer (Georg Ritter), überschlagen sich plötzlich die Ereignisse.  Drei unzufriedene Bürgerinnen protegieren eine in den Ort zugezogene preußische Gegenkandidatin. Der früher lieber Weißwürsten und Weißbier zugetane Bürgermeister reitet nun - sehr zur Freude des Publikums - seinen Beamten Wimmerl in die Tiefe der liegen gebliebenen Aktenstapel und beginnt den schier aussichtslosen Wahlkampf gegen die Preußin Gisela Stüder (Corina Tietz). Dabei hechelt er mit seinen drei einfältigen Wahlhelfern (Christian Lindner, Gilbert Hirschmann und Norbert Lindner), und seinem noch einfältigerem Wahlspruch "Wia immer eahm" der Frauen-Power seiner Gegenkandidatin hinterher. Deren Helferinnen (Brigitte Bauer, Helga Sichelstiel und Sabrina Englhard) treiben einen findigen Wahlkampf und hängen die Plakate ihrer Kandidatin sogar "ins Männerklo beim Mittleren Wirt".
Ehe sich's das Publikum versieht, gerät es zwischen die beiden Fronten. Von einer linken Nebenbühne schmettert die Stüder - die auch schon mal als "Schröder" oder "Stoiber" angesprochen wird - ihre ausgefeilte Rede ans Wahlvolk, sprich Publikum, vom rechten Rednerpult volkstümelt der Amtsinhaber im  Stile eines Franz-Josef Strauß seine Parolen unter die Leute. Dass der Politprofi sein Repertoire beherrscht, dafür sorgte im Vorfeld seine Ehefrau (Susanne Rösl), die ihn fit für diesen Auftritt machte. Dass natürlich ein Einzug in den Saal unter den schmissigen Klängen des bayerischen Defiliermarsches nicht fehlen durfte, versteht sich von selbst. Und schon ist es am Publikum zu wählen, ja sich zu entscheiden, auf einem richtigem Stimmzettel ein Kreuz zu machen und den Zettel in eine Wahlurne zu stecken.
Aber es zeigt sich, dass beide Lager nichts dem Zufall überlassen wollen. Zunächst wird der  Metzgermeister und Feuerwehrkommandant (Markus Schmeißner) zur Bewachung der Wahlurne abgestellt, da die Stimmauszählung erst am nächsten Morgen durchgeführt werden soll. Das Publikum wird nun Zeuge, wie erst der neutrale Wächter mittels Schnaps in Tiefschlaf versetzt und danach die Urne ausgetauscht wird. Zuerst jeweils von den Wahlhelfern der beiden Lager, dann irrtümlicher Weise von der Frau Bürgermeisterin, so dass letztendlich wieder die Originalurne zur Stimmauszählung gelangt. Trotz aller Unzufriedenheit bleibt F. X. Irlacher im Amt, "denn das Volk hat gewählt und hat richtig gewählt".
In das aus elf Schauspielern bestehende Ensemble hat Regisseur Matthias Ströhl mit Corina Tietz, Sabrina Englhard und Markus Schmeißner drei neue Akteure integriert, die sich für weitere Aufgaben empfehlen. Insgesamt sechs Mal führten die Theaterfreunde das Stück vor ausverkauften Saal auf. Mit dem letzten Vorhang endete auch die "Amtszeit" einer sichtlich gerührten Wirtin Erika Fenk, bei der sich die Theaterfreunde für die jahrelange freundschaftliche Zusammenarbeit mit einem Abschiedspräsent bedankten.

 


Amberger Zeitung vom 07. März 2002

Passt wie die Faust auf's Auge


Premiere am 9. März - Infos auch im Internet


Süß. Wie die berühmte Faust aufs Auge passt das diesjährige Theaterstück der Theaterfreunde Süß mit dem Titel "D'Wahl Lump'n" in die Wahlzeit.
Bei der Premiere des Stücks am Samstag, 09.03., wird nicht nur in vortrefflicher Weise das Klischee zwischen dem behäbigen Bayern und dem redegewandten Preußen bedient, sondern zusätzlich der Wahlkampf zwischen dem männlichen Amtsinhaber und der weiblichen Gegenkandidatin stilisiert. Dass die Nominierungen zur Wahl der Bürgermeisterkandidaten in Hahnbach genau diese Geschlechter spezifische Konstellation ergab, konnte Regisseur Matthias Ströhl bei der Auswahl des Stückes natürlich nicht ahnen.
Nun kann der geneigte Wähler respektive amüsierte Zuschauer erleben, wie diese Wahl zwischen dem langjährigen Bürgermeister und seiner redegewandten Herausforderin ausgegeht. Wie es der Titel verspricht, wird nicht nur im Wahlkampf, sondern auch nach der Wahl mit Haken und Ösen gekämpft. Und damit das Volk in der Demokratie nicht zu kurz kommt, fällt dem Zuschauer auch eine entscheidende Rolle in dem Stück zu.
Die Premiere am Samstag beginnt um 19 Uhr im Rouherer-Saal, bei der die Gäste mit einem Aperitif und einem kaltem Büfett verwöhnt werden. Der Eintritt beträgt 15 Euro für Erwachsene und zehn Euro für Kinder. Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage www.theaterfreunde-suess.de im Internet.