Los ging es damit, dass am 28. Dezember
2000 unser Regisseur Matthias Ströhl ein Stück vorschlug, das zunächst
alle begeisterte.
- Wo geht`s denn do zum Himmi? – von Ulla
King
Ein Theaterstück in 3
Akten für 5 weibliche und 6 männliche Engel
Wie sagte doch unser Vorstand Thomas
Fenk: „A Handlung gibt’s niet, aber super Dialoge sans.“
Wir hielten dann auch gleich eine Sitzung
ab, in der sich dann herausstellte, dass in Dietldorf, nahe Burglengenfeld
dieses Stück am kommenden Wochenende aufgeführt wird, und haben
beschlossen, dass Ströhl Matthias und Lindner Bernhard versuchen, im
bereits ausverkauften Saal noch einen Platz zu ergattern und die
Aufführung zu verfolgen. Danach soll dann die endgültige Entscheidung
fallen, ob auch wir bei der ‚Himmelsgeschichte‘ bleiben, oder noch einmal
in den Schubladen eine bessere Alternative suchen.
Nach dem Besuch der ‚Himmelsgeschichte‘ von
Bernhard Lindner und Matthias Ströhl in Dietldorf wurde beschlossen, doch
auf ein anderes Stück zurückzugreifen, welches mehr hergibt.
Matthias Ströhl stellte uns am 12. Januar
2001 mit ‚Ratsch und Tratsch‘ von Peter Landstorfer ein Stück vor, das
eine Herausforderung für Spieler und Zuschauer gleichermaßen
darstellt.
Eine Leseprobe mit verteilten Rollen führte
aber nicht zu dem erhofften begeisterten Ergebnis.
Kontroverse Stimmen kamen auf, ob es denn so
geschickt sei, ein zwar überaus interessantes Stück mit witzigen Dialogen
und etlichen Lachern zu wählen, dessen Ende jedoch mehr zu Tränen, denn zu
‚Hoch-Rufen‘ animiert?
Die Mehrheit
der Anwesenden war dafür, ein – gutes Ende – zu wählen, denn mit dem
letzten Eindruck gehen die Zuschauer nach Hause und berichten ihn auch
weiter.
Diverse Vorschläge, wie etwa, denn Schluss
umzuschreiben oder ein älteres Stück ‚Bleib cool Mama‘ (wurde etwa vor 15
Jahren schon einmal aufgeführt), zu wählen wurden ebenfalls
verworfen.
Der Regisseur Matthias Ströhl erläuterte,
das bei der relativ großen Auswahl von etwa 25 Werken nur ca. 5 in die
engere Auswahl kamen, von diesen wiederum 2 verworfen wurden und nun die
Auswahl begrenzt ist. Ein weiterer Vorschlag von ihm war ‚Der
Wolpertinger‘, der jedoch mit nur 8 Spielern im Gegensatz zu 11 bei
‚Ratsch und Tratsch‘ eine Reduzierung der Mannschaft erfordert
hätte.
Nach einer kurzen Inhaltsangabe wurde die
etwas schwierige, aber durchaus machbare Bühne besprochen, sowie die
Puppe, die bei diesem Stück mit ins Spiel kommen würde.
Da nun an diesem Abend keine Einigung
zustande kam, wurde beschlossen, dass sich die Vorstandschaft am Dienstag,
den 16. Januar 2001 trifft, um die endgültige Entscheidung über den
künftigen Kurs, sowie das Stück zu treffen.
Die Vorstandschaft war sich dann auch
schnell einig, dass wir unsere Ansprüche ja nicht zurückschrauben könnten,
und ein Stück das jeder spielen kann, nicht so ganz unser Fall
ist.
Bei der erneuten Zusammenkunft am 24. Januar
2001 wurde dann das neue Stück allen Mitgliedern vorgestellt.
Zunächst wurde der Inhalt des neuen
Theaterstück – Ratsch und Tratsch – kurz für all diejenigen erzählt, die
das Stück noch nicht gelesen haben. Obwohl der Schluß etwas
‚gewöhnungsbedürftig‘ ist, war die Begeisterung groß. Bei der ersten Probe
am vergangenen Montag konnten wir uns bereits ein Bild von der Bühne
machen. Diese sollte (so war unser aller Wunschdenken) an drei Samstagen
gebaut sein, um die Proben zu erleichtern.
Am Freitag, den 26. Januar bei der nächsten
Probe, soll bereits mit den Bühnenbauern das weitere Vorgehen besprochen
werden.
Diese hatten sich das
auch leichter vorgestellt, besonders unser sonst so geduldiger Walter
nebst Norbert und Beppo (falls ich jemanden vergessen habe, es war keine
Absicht) mussten viel Geduld aufbringen, haben aber dann letztlich nach
mehreren Änderungen zu der ursprünglichen Fassung zurückgefunden und uns
eine hervorragende Bühne gebaut.
Bei den Proben ging es ebenso etwas
turbulent zu, denn, nachdem sich herausstellte, dass unsere Kerstin Sertl
wegen einer Erkrankung nicht wie geplant die Kramerin spielen kann, fehlte
uns eine weibliche Spielerin. Auch mussten sich die anderen Spieler in
ihre ungewohnten Rollen erst einmal einfinden, was für den einen oder
anderen nicht so leicht war. Doch als erst einmal der anfängliche Groll
über die zugeteilten Rollen überwunden war, und Susanne Herzog als Neuling
den weniger aufwendigen Part von Brigitte Bauer – die Erbhofer Fanny –
übernommen hatte, und damit die Brigitte frei war für die etwas
schwierigere Rolle der Kramerin, ging es dann schon etwas
leichter.
Auch unser zweiter Neuzugang Stefanie Koch
(Cooky II wie sie von den meisten genannt wurde) hat sich mit der ihr
zugedachten Rolle gut identifizieren können, und lief dann bei den
Aufführungen zu Hochleistungen auf. Mit ihrem Partner Matthias Lindner
hatten die beiden als Ratsch und Tratsch die tragenden Rollen übernommen
und mit ihren Gesangseinlagen das Publikum begeistert.
Die beiden erfahreneren Spieler Christine
Schüller und Brigitte Bauer bildeten mit der zum zweiten Mal auf der Bühne
stehenden Kristina Koch das perfekte Ratsch-Trio. Gegen Ende zu konnte man
den Eindruck erhalten, die Rollen seien ihnen auf den Leib geschnitten –
oder sie schauspielern wirklich gut.
Unser Vorstand dachte sich wohl‚ heuer halte
ich mich etwas zurück, es muss ja nicht gleich immer die männliche
Hauptrolle sein‘, und wollte mit dem Erbhofer Franz eine ruhige Kugel
schieben. Er hatte aber ganz übersehen, und das machte ihm manchmal ganz
schön zu schaffen, dass er sich im 3. Akt gleich zweimal umziehen musste.
Und als dann auch noch bei den Aufführungen der Knopf an der Lederhose
dreimal nachgab, kam man schon leicht ins Schwitzen.
Seine Spielfrau, die Herzog Susanne hatte es
nicht leicht mit ihm, wenn er mit Gummistiefeln beschuht, Stalldreck an
die Pratzen und der Mistgabel in der Hand kam, um seinen wichtigen
persönlichen Brief in Empfang zu nehmen.
Auch bei der Kramerin machte er sich unbeliebt, da er
die Gabel jedesmal in ihren dekorierten Kohl stach, und dieser beim
Herausziehen der Gabel jedesmal aus der Kiste fiel.
Ja, ja, die Kramerin und ihr Taubendreck
brachten so manchen Lacher, besonders wenn die immer gut gelaunte, und für
den Ratsch zunächst nicht so anfällige Burgl Kathrin Bauer auch noch
besonders darauf hinwies – die oana tan no in die Betten ratzen, und
d´Kramerin tut `n Taubndreck kratzen. Zunächst machten unserer Burgl die
jüngeren männlichen Zuschauer zu schaffen, selbst bei den ernsteren Szenen
kam aus diesen Ecken nur noch gelächter, doch dann hat sie ihnen ein
Schnippchen geschlagen.
`Moment kum glei wieder, geht glei weiter,
brauch bloß an Lappen´. Das kann auch nur einer gesagt haben, bei
ausverkauftem Saal hat Er nicht die Nerven verloren, nein unser Achatz,
gespielt von Christian Lindner war die coolnes in Person, nur alle anderen
hinter der Bühne kamen ins Schwitzen, denn wir hatten keine Ahnung, was da
vor sich ging, und was das alles sollte. Im Nachhinein stellte sich
heraus, die Milchkanne vom Kaffeetrinken war noch auf dem Tisch und
umgefallen, für unseren Profi alles kein Problem – oder doch?
Der Wirt´s Kare gespielt von Gilbert
Hirschmann, der gottlose Bauernwirt, nahm seine Sache sehr ernst, sogar
bei den Proben spielte er mit echtem Bier.
Über den Bauch, den ihm alle zukommen lassen wollten,
konnte er sich nicht so freuen und deshalb gab es einen Wirt ohne
Bierb....
Auch kam er der Kramerin
zu Hilfe, denn das mit dem Pfiff klappte bei Gittl nicht so recht, und der
Schilly war dann immer rechtzeitig zur Stelle.
Und beinahe hätte ich den Bartl, den Franz
Flierl vergessen, aber er war bei den Montagsproben so selten dabei, dass
das schon passieren kann. Er musste ja den Anfang machen, und je nachdem,
wie er das Publikum eingestimmt hatte, war der Abend gefüllt mit Lachern
und Klatschern. Eigentlich konnten wir uns schon auf ihn verlassen, denn
seine Spezialbriefe sind immer gut angekommen.
Wo er in der 1. Pause allerdings immer den
Lippenstift auf seiner Wange her hatte, weiß man bis heute noch nicht so
genau, er behauptet zwar immer, das war die Burgl, doch wer weiß.
Nicht zu vergessen unser Regisseur, der uns
bei den ersten beiden Aufführungen leider nicht begleiten konnte, da er,
wie er sagte, beruflich verhindert war. Doch kaum zurück, bekamen wir
unser Fett schon noch weg, und mussten hart proben. Diese Proben jedoch
hatten es in sich, ganz unparteiisch muss man dazu sagen: - noch nie waren
sie so schlecht wie heute -.
Die beiden Ansager Bernhard Lindner und
Matthias Schüller haben ihre Sache auch gut gemacht, kein Wunder, wurden
sie ja von Norbert Lindner auch bestens beleuchtet.
Ohne unser Rahmenprogramm am Premiereabend
mit kaltem Buffet, sowie den Brezen in jeder Pause, (einmal sogar vor der
Aufführung, was unserem Walter großen Ärger mit unserer Wirtin Erika Fenk
einbrachte), wäre der Effekt jedoch nicht halb so gut gewesen. Ebenso wie
unser Theaterschnaps, der heuer in Personalunion von Kerstin Sertl und
Christine Schüller gemixt wurde, hat wieder hervorragend
geschmeckt.