| Süß. (fli) Mit einem sehr kurzweiligen Theaterabend feierten die Theaterfreunde Süß ihr zehnjähriges Bestehen. Sie boten damit ihrem Publikum im voll besetzten Rouherer-Saal Theater in allen Facetten: Einblicke in das Innenleben des Vereins, in die Probenarbeit, gemischt mit nachdenklichen und lustigen Sketchen. Vier Kinder standen dabei erstmals auf der Bühne und gaben ihr Debüt. |
Verantwortlich hierfür zeichneten insgesamt 25 Akteure auf der Bühne und ein Moderator. Diese Aufgabe oblag Matthias Schüller, der gleichsam als Conferencier in bester
Florian-Silbereisen-Manier durch den Abend führte, die Überleitungen zwischen den
Stücken dazu nutzte, um über Zahlen, Daten, Fakten und Personen des Vereins zu
informieren. Dabei musste das Publikum nicht nur die Zahl der Zuschauer, die die T
heaterfreunde in den letzten zehn Jahren unterhielten, nämlich die stolze Zahl von knapp 9000 erraten, sondern erfuhr unter anderem auch, dass sich Vorsitzender Thomas Fenk Bart und Haare abrasieren läßt, sollte in einer Spielsaison die magische Zahl von 1.000 Besuchern geknackt werden. Zusammen mit dem ebenfalls anwesenden Landrat Richard Reisinger zeichnete er auch die anwesenden Gründungsmitglieder aus und stellte deren Aufgaben im Verein dar. |
 Matthias Schüller führte galant und informativ durch das gut dreistündige Programm.
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Im Nebenzimmer konnten sich die Gäste bei einem Gläschen Sekt an Fotowänden über die Aktivitäten der vergangenen zehn Jahre informieren.
Den Reigen der sieben Sketche und Einakter eröffnete – auch in ungewöhnlicher Art und Weise – Thomas Fenk als „Ansager“, der in dieser Funktion mit den besseren Argumenten seiner Ehefrau, gegeben von Kerstin Fenk, kämpfen musste. Im ersten Einakter gaben die Theaterfreunde gleich einen komödiantischen Einblick in „Die Theaterprobe“, wo der leidende Regisseur Georg Ritter mit den eigenwilligen Charakteren „seiner“ Schauspieler Thomas Fenk, Franz Flierl, Corina Rösl, Steffi Koch und Sabrina Englhard kämpfen musste. Das Publikum erlebte dabei hautnah, dass die Götter vor den Applaus sehr viel Schweiß und Geduld gesetzt haben. Den Geduldsfaden musste auch Brigitte Bauer als Oma in „Bitte a Gruslg'schicht“ bewahren, als sie ihren beiden Enkeln Stefanie Fenk und Johannes Dotzler ganz gemütlich die Geschichte von zwei Kindern, die sich im Wald verlaufen, erzählen wollte. Fragen über Fragen, beispielsweise ob die beiden Ausreißer auch gegen Zecken geimpft waren o der, ob der den Kindern zur Hilfe eilende Förster eine Laserpistole dabei hatte, brachten die Oma ganz schön ins schwitzen und den beiden Nachwuchsschauspielern großen Applaus ein.
Mehr ums Geld ging's dann bei der „Kassenprüfung“. So mancher Vereinsmeier fand sich dabei in dem Stück wieder, als Sabrina als externe Kassenprüferin die Vereinsoberen Willi Sperber, Helga Sichelstiel und Norbert Lindner mächtig ins Schwitzen brachte. Auch hier gab Michael Kreft als frecher Schüler sein Bühnendebüt.

Während sich Jonas Graf beim „Jesuskindlein komm zu mir“
mühte, geriet sein Vater Markus Schmeißner mehr und
mehr in Rage. Mutter Sabine Weich blieb die Vermittlerrolle
und der hilflose Nikolaus Walter Wagner.
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Der letzte der vier Youngsters stand beim „Nikolaus“ auf der Bühne. Eine Familiensituation, wie sie am Nikolaustag tausendfach vorkommt. Der Bub, gespielt von Jonas Graf soll Bischofstab haltend das „Jesuskindlein“ aufsagen. Natürlich bringt er es vor Aufregung nicht zu Stande und treibt damit seinen Vater Markus Schmeißner an den Rand des Wahnsinns und seine Mutter Sabine Weich zu der Erkenntnis: „Ich sags ja immer: Der Bub schaut zu viel Fernsehn!“ Als es nach einigen Attacken auf die Lachmuskeln des Publikums endlich vollbracht ist, zieht sich der Vater entnervt zur Sportschau zurück. Die Zuschauer klatschen den Akteuren begeisternd Beifall.
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Zu Verwicklungen ganz anderer Art kommt es dann bei der „Bestellung“, wo Ober Manfred Wendl galant freundlich die Essenswünsche seiner beiden Gäste Kristina Koch und Matthias Lindner aufnehmen möchte. Salzkartoffeln statt Pommes, Salat als zusätzliche Beilage und Ketchup zu den Weißwürsten gepaart mit Diskussionen über Hitzewimmerln und Magenbeschwerden treiben den Ober an den kulinarischen Wahnsinn. Bedeutend pietätvoller geht es dabei eingangs beim „Franz“ zu, wo Christine Schüller und Kathrin Bauer trauernd an der Beerdigung eines Franz teilnehmen. Doch diese verschwindet mehr und mehr, als die eine der anderen über das Schicksal des Verstorbenen erzählt und dabei viel Interessantes zu berichten weiß. Der ganze Saal hängt dabei ebenso gespannt an den Lippen der beiden Trauernden, so dass die Trauerfeier auch für das Publikum zur Randnotiz verkommt.
Alles lehrreiche Stücke aus dem Leben, in denen sich die Zuschauer wieder fanden und deshalb begeisternd applaudierten. Zum Finale gaben Willi Sperber, Gerhard Kraus und Markus Schmeißner den „Toilettensketch“. Und mit ihm boten sie erstmals allen weiblichen Zuschauern intime Einblicke über das Geschehen an den Pissoirs. Man kann es nicht berichten, Frau muss es gesehen haben. Gelegenheit dazu ist noch Freitag, 20.11., und Samstag, 21.11., jeweils um 19 Uhr im Rouherer-Saal. Kartenreservierungen sind bei Maria Ritter, Tel. 09664/954964, möglich oder an der Abendkasse erhältlich. Der Eintritt beträgt fünf Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder.